HALTI - Geburtstagsfeier auf Finnlands höchstem Gipfel.

„Pling“ der vertraute Ton einer Gruppennachricht aus Facebook riss mich aus meinem tun. Ich war sehr in Eile, als mich die Nachricht aus unserer Halti-Gruppe erreichte. „Book your Flights from Flight Helsinki to Rovaniemi/Lappland please“ stand in dieser Nachricht. Ich hatte weder Zeit zu recherchieren wo Rovaniemi liegt, noch wusste ich zu diesem Zeitpunkt wie der Name dieses Ortes ausgesprochen wird. Doch ich buchte. Zum ersten mal in meinem Leben buchte ich einen Flug an einen Ort von dem ich weder wusste wo er war, noch wusste ich fünf Minuten vorher, dass es ihn überhaupt gibt. Erst spät abends nachdem ich die Tickets längst hatte, googelte ich nach der Stadt in die ich bald fliegen würde und brachte in Erfahrung, dass dort der leibhaftige und einzig wahre Weihnachtsmann am nördlichen Polarkreis lebt. Grund genug den Wunsch zu äussern ihn zu treffen.

Doch nun alles schön der Reihe nach. Auf der OutDoor faßten wir, ein paar Natur- und Skandinavienliebhaber, den Entschluss Ende August gemeinsam Finlands höchsten Punkt zu besteigen. Erstaunt stellten wir fest, dass dieser Punkt sogar über 1.000m liegt und erst nach 2,5 Tagen Fussmarsch zu erreichen ist. Ein kleines Abenteuer auf das wir uns gerne einlassen wollten. Über eine Facebook Gruppe planten wir mehr oder weniger ernsthaft unser Unterfangen. Schnell war klar, dass wir ein Alphorn organisieren mussten, da es das geeignetste Kommunikationsmittel von Bergvölkern war um sich über Berge und Täler hinweg zu verständigen. Matthias Aßmann, der Initiator unserer Mission nahm Kontakt zu den lokalen Tourismusdestinationen auf, um Informationen zur Route zu bekommen. Nur weniges ist in Englisch darüber im Internet verfügbar.

Die Mission entwickelte sich von Tag zu Tag. Wie kleine Kinder freuten wir uns darauf dieses unbekannte Terrain. Eine gemischte Gruppe von 7 Leuten aus 5 Nationen. Gekannt haben wir uns nicht wirklich. Nach und nach trafen wir in Helsinki ein. Abends fuhren wir gemeinsam mit einer kleinen Fähre in das wunderbare Restaurant Lonna (http://www.lonna.fi/en/) auf eine vorgelagerten Insel zu unserem Kick off Meeting. Nach einem wunderbaren Essen klang der Abend bei einem kurzen amer intensiven Besuch in einer Bar in Helsinki mit brasilianischen Sambaklängen aus. 

"Pling" the familiar tone of a group message of our Halti-group on Facebook tore me out of my doing. I was quite in a great hurry when the following Message poppped up: "Book your Flights from Helsinki Flight to Rovaniemi/Lapland please" was the matter of this message.... I neither did not have time to research where Rovaniemi is located nor didn't know at that time how the name of this place is pronounced. But I booked. For the first time in my life, I booked a flight to a location I did not know where it was and did not know five minutes before, that it even exists.

But now everything in order. At the international OutDoor show, a couple of nature and Scandinavia lovers decided to join to reach Finland's highest point together in the end of August. Astonished, we noticed that this point is even over 1.000m and can be reached only after 2.5 days of walking. A little adventure we wanted to get involved in.

Through a Facebook group we planned our adventure more or less seriously. It quickly became clear that we had to organize an alphorn, as it is the most suitable instrument of mountain peoples communication. It works through mountains and valleys. Matthias Aßmann, the initiator of our mission, contacted the local tourism destinations to get information about the route. Only a few are available in English at the internet. The mission evolved day by day. Like little children, we were looking forward to this unknown terrain. A mixed group of 7 people from 5 nations. We did not really know each other.

Gradually we arrived in Helsinki. In the evening we drove together with a small ferry boat to the wonderful restaurant Lonna (http://www.lonna.fi/en/) on an offshore island for our kick off meeting. After a wonderful meal, the evening ended with a short but intense visit to a bar in Helsinki with Brazilian samba sounds.

Text: Andrea Hitzemann

Als ich die Augen aufschlug, traute ich meinen Augen kaum. Schon von meinem Bett aus konnte ich den blauen Himmel und die schneebedeckten Berge durch unser tief verschneites Hüttenfenster sehen. Nach dem Frühstück ließen wir uns vom jungen Hüttenwirt den groben Verlauf des Weges am Berg zeigen. Markierungen waren unter dem Schnee nur ab und an zu finden, jedoch in diesem Gelände existenziell. Es ging nur langsam voran, doch das war uns völlig gleich, denn die Sonnenstrahlen wärmten und um uns herum glitzerte und funkelte der frische Schnee. Die 1.200 Höhenmeter bergab fielen mir sehr schwer, da ich vom Vortag einen sehr heftigen Muskelkater davongetragen hatte. Inmitten einer Herde Steinböcke machten wir eine Pause und genossen die Aussicht auf eine Steilwand, in der ein Klettersteig zu erahnen war - unser Ziel für nächste Etappe.

In der Hütte angekommen, fiel es mir aufgrund der Muskelschmerzen schwer noch geradeaus die steilen Treppen hinunter zu gehen, also ging ich seitwärts oder rückwärts. Die nächste Etappe bereitete mir Kopfschmerzen. Ein als einfach beschriebener Klettersteig ohne Sicherung und passendem Schuhwerk und mit diesen Beinen, na dann Prost Mahlzeit! Ich hatte dem Buchtitel "Hüttentrekking" entsprechend leichte Trekkingschuhe ausgewählt. Ein Plan B würde am nächsten Morgen greifen, sollte ich die Treppe nicht vorwärts herunter kommen.

Ich kam vorwärts runter, musste die Zähne jedoch ganz schön zusammen beißen. Nach einer halben Stunde Zustieg befanden wir uns in der ersten Kraxelpassage und die Wand türmte sich einfach nur senkrecht über unseren Köpfen auf. Konzentriert ging es weiter, Stunde um Stunde, immer steil die Wand hinauf auf abgesicherten Steigstücken, aber auch auf schmalen, ausgesetzten Pfaden. Nach etwa viereinhalb Stunden erreichten wir höhere Lagen mit vereisten Stellen im steilen Gelände, die uns zu sehr überlegten Schritten zwangen. Als ich mich an einem Stahlseil wieder ein Stück höher zog, flog ein Hubschrauber die Strecke ab, auf der wir hinauf gekommen waren. Ein Schauer lief mir über den Rücken, als ich erkannte, dass er keine Lasten zur Hütte transportierte. Am nächsten Morgen erfuhren wir, dass leider ein Bergsteiger auf einem der beiden Klettersteige ums Leben gekommen war.

Nach mehr als sechs Stunden erreichten wir die Triglavhütte und für mich stand fest, dass ich den Berg ohne Sicherung in diesem vereisten Zustand und mit unserer Ausrüstung nicht besteigen würde. Ich war glücklich, diesen unglaublich schönen Ort sicher erreicht zu haben. Mehr brauchte ich nicht, nicht diesmal - vielleicht ja ein anderes Mal unter besseren Bedingungen.

When I opened my eyes, I could not believe it. Even from my bed I could see the blue sky and the snow-capped mountains through our deep snowy cabin window. After breakfast the young landlord showed us the rough course of the path on the mountain before we left. Marks were found under the snow only from time to time, but were in this terrain existentially. So we were slow, but that didn’t matter at all, because the sun's rays warmed and sparkled around us, glaring in the fresh snow. The 1.200 hm down fell very hard for me because of  muscle soreness from the previous day. Surrounded by a herd ibex we took a break and enjoyed the prospect of a steep wall, in which a via ferrata was to anticipate - our goal for next stage.

Arrived in the cottage, it was hard to go down straight the steep stairs due to my muscle pain, so I went sideways or backwards. That’s why next stage gave me a headache, even described as an easy ferrata. Without safety equipment, matching shoes and with these legs, oh my goodness! The title of our guidbook is named "hut trekking" and I selected according lightweight trekking shoes. Not the wisest decision in such a terrain. Plan B would grab the next morning, in case I couldn’t walk down the stairs straight.

I came down forward, however, but had to pull myself together. After half an hour we were boarding in the first  scramble passage and the wall simply piled up vertically just above our heads on. We went on concentrated, hour after hour, always steeply up the wall on secured hill-clims, but also on narrow, exposed paths. After about approximately four and a half hours we reached higher altitudes with icy spots in steep terrain, which forced us to very deliberate steps. When I pulled myself up to a steel cable again, I realized a helicopter at the same the track had come up. A shiver ran down my spine when I realized the heli wasn’t transporting goods. On the next morning we were told that unfortunately a climber died at the one of the two via ferratas coming up our direction.

After more than six hours we reached the Triglav hut and it was clear for me not to climb the mountain without safety equipment in this icy condition. I was happy to have reached this incredibly beautiful place safely. More I did not need this time - maybe another time under better conditions.

Am nächsten Morgen wurden wir nach einer kühlen Nacht in der kleinen Kammer von Hubschraubergeräuschen geweckt. Ganz selten nur wird einem das Frühstück mit den Helikopter geliefert. Heute war so ein Morgen -  fünf Mal ließ der Heli seine Fracht ab und nahm Ballast mit ins Tal. Gespannt verfolgten wir das Spektakel vom Bett aus. Frisch war es an diesem Morgen, aber wie auch am Vortag strahlte der blaue Himmel mit der Sonne um die Wette. 

Schon nach einer halben Stunde erreichten wir die Hütte Dom Planika, wo wir einen Kaffee in der Sonne mit Blick aufs Mittelmeer genossen. Weiter ging es durch steiniges Gelände zur Hütte Tržaška koča na Doliču. Dort wurden uns als ganz besonderes Schmankerl frische Tomaten serviert, denn auch zu dieser Hütte hatte der Helikopter am  Vormittag Nachschub geliefert. Eine Freude, denn für uns Vegetarier hatte es die letzten Tage hauptsächlich Gerstensuppe oder Palatschinken gegeben. Am Nachmittag ging es im Genusswandermodus zwischen Murmeltieren und Gemsen hinab in das Sieben-Seen-Tal zur Hütte Zasavska koča. Wir verbrachten einen netten Abend mit anderen deutschen Wanderern und waren uns einig, dass uns die wilden Berge Sloweniens einiges Unerwartetes abverlangt, jedoch auch unglaublich fasziniert hatten.

Unsere letzte Tour starteten wir recht früh, da wir an diesem Tag eine größere Etappe bis zu unserem Ziel zurücklegen wollten. Es ging größtenteils bergab. Erst durch das schöne Sieben-Seen-Tal, dann über einen kurzen Sattel in ein Almgebiet. Es wurde immer wärmer, milder und zahmer. Mit ein bisschen Wehmut ließen wir die raue Bergwelt hinter uns und stiegen immer weiter ab. Nach etwa sieben Stunden landeten wir in unserem Hotelzimmer in Bohinj. Eine heiße Dusche nach den anstrengenden Tagen und eine abwechslungsreiche Mahlzeit fühlten sich nun großartig an. Am kommenden Morgen fuhren wir mit dem Bus zurück zum Ausgangspunkt unserer spannenden Tour. 

Eins steht jedenfalls nach unserer großartigen Hüttentour fest: Slowenien bietet definitiv alles, was das Outdoorherz höher schlagen lässt!

On the next morning we were woken up by helicopter noise after a cold night in a small chamber. Breakfast is very rarely supplied with a helicopter. Today was such a morning - the heli left its cargo and took ballast back into the valley five times. We eagerly pursued the spectacle from the bed. It was cold this morning, but like the previous day we had the blue sky with the sun shining brightly.

After half an hour we reached the hut Dom Planika, where we enjoyed a coffee in the sun overlooking the mediterranean sea. After this break we went through rocky terrain to the hut Tržaška koča na Doliču. There we were served a very special treat, fresh tomatoes! Also to this cabin the helicopter had delivered supplies in the morning. A special joy, because there had been the last few days mainly barley soup or pancakes for us vegetarians. In the afternoon we went in a pleasure traveling mode between marmots and chamois down into the Seven Lakes Valley to the hut Zasavska koča. We spent a nice evening with other German hikers and agreed that the wild mountains of Slovenia demanded some unexpected, but were also incredibly fascinating.

We started our last tour quite early because we wanted to travel a larger stage to our destination on that day. It was mostly downhill. First through the beautiful Seven Lakes Valley, then over a short saddle in a pasture. It was getting warmer, milder and calmer. With a bit of sadness we left the rough mountains behind us and went further and further down. After about seven hours of walking we ended up in our hotel room in Bohinj. A hot shower after the exhausting days and a varied meal felt great. We took the bus back on the next morning to the starting point of our exciting tour.

One thing is for sure after our grand lodge tour: Slovenia has definitely everything that can beat the outdoor heart faster!

 

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